Martin Regenass, Prime News, 20.08.2026

Erst wenn Buspassagiere stürzen, handelt das Amt

In Basel gibt es Pläne, die Velostrasse von der Pauluskirche bis zum Holbeinplatz zu verlängern. Dadurch würde die Buslinie 34 an der Eulerstrasse ihren Vortritt verlieren. Ein Dokument, das der Redaktion «Prime News» dank des Öffentlichkeitsgesetzes des Kantons Basel-Stadt vorliegt, lässt aufhorchen. Darin schreibt das Amt für Mobilität an die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB): «Sollte sich zeigen, dass es infolge des geänderten Vortritts zu einer Häufung von Fahrgaststürzen aufgrund notwendiger Bremsmanöver kommt, werden wir die Situation gemeinsam neu beurteilen und bei Bedarf geeignete Anpassungen prüfen.» Wann dieser «Bedarf» gegeben wäre, bleibt allerdings offen. Auf die konkrete Frage der Redaktion, wie viele Buspassagiere innerhalb welchen Zeitraums stürzen müssten, bevor das Amt handeln werde, sagt Daniel Hofer, Sprecher des Verkehrsdepartements: «Fixe Kriterien, wie sich dieser Bedarf allenfalls zeigen könnte, oder eine fixe Palette von Anpassungen gibt es dabei nicht.» Das letzte Wort ist jedoch noch nicht gesprochen. Ob und wann die Velostrasse verlängert wird, ist aktuell noch offen.

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Daniel Ballmer, Blick, 20.08.2026

So dreist treiben es die Maghrebiner wirklich bei uns

80,5 Prozent aller nordafrikanischen Asylsuchenden wurden während ihres Verfahrens oder nach dem negativen Entscheid einer oder mehrerer Straftaten beschuldigt. Das zeigen Dokumente, die der Redaktion «Blick» dank des Öffentlichkeitsgesetzes des Bundes vorliegen. Diese Zahlen lassen die Zahlen in der Kriminalstatistik der Asylsuchenden hochschnellen. «Nur ein Fünftel dieser Personengruppe fiel während ihres Aufenthalts in der Schweiz nicht straffällig auf», schreibt das SEM in dem internen Papier. Zum Vergleich: Bei den Asylsuchenden aus allen übrigen Herkunftsstaaten belief sich der Anteil der nach Strafgesetz beschuldigten Personen auf 12,3 Prozent. Die Behörde von SP-Asylminister Beat Jans (62) hat daher die Schraube angezogen und 2024 ein 24-Stunden-Verfahren für Asylsuchende aus Nordafrika eingeführt. Betroffene haben aber weiterhin die Möglichkeit, Einsprache zu erheben, was Rückführungen wieder verzögern kann. «Allerdings hat praktisch kein Asylsuchender aus diesen Ländern Anspruch auf den Schutz der Schweiz», sagt SEM-Sprecher Bach. Entsprechend hätten sie keine Aussicht auf einen dauerhaften Aufenthalt. «Kriminell werden also vor allem Personen, die ohnehin wieder gehen müssen.»

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Christian Gurtner, Ktipp, 19.08.2026

Bahn und Post schlagen massiv auf – trotz Riesengewinnen

Ab Dezember schlägt die SBB zum zehnten Mal seit dem Jahr 2000 mit den Preisen auf. Neu soll das Generalabo 4095 Franken statt heute 3995 Franken kosten. Auch das Halbtax und Streckenbillette verteuern sich. Dabei erzielt der Staatsbetrieb schon jetzt hohe Gewinne. Dokumente, die der Redaktion «K-Tipp» dank des Öffentlichkeitsgesetzes des Bundes vorliegen, zeigen, dass in den nächsten Jahren noch mit weiteren Preisanstiegen zu rechnen ist: Der Branchenverband Alliance SwissPass will mit der für 2027 vorgesehenen Einführung des neuen Billetttarifs MyRide die Einnahmen weiter steigern. In den Sitzungsprotokollen heisst es: «Das finanzielle Zielbild sieht eine Steigerung der zentralen Kennzahlen vor (Ertrag, Umsatz).» Die Einnahmen aus Billetten und Abos sollen «um rund sieben Prozent wachsen».

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Priscilla Imboden, Republik, 19.08.2026

Cassis’ Kahlschlag

Die beiden Bundesräte Ignazio Cassis und Guy Parmelin kürzen die Entwicklungszusammenarbeit mit fadenscheinigen Argumenten und übergehen dabei das Parlament. Dieser Entscheid vom letzten Juni hat weitreichende Folgen und kam trotzdem völlig unerwartet. Denn die laufende vierjährige Strategie zur internationalen Zusammenarbeit (IZA) 2025–2028, zu der auch die Entwicklungszusammenarbeit gehört, ist noch nicht einmal in ihrer Halbzeit angelangt. Dokumente, die der Redaktion «Republik» dank des Öffentlichkeitsgesetzes des Bundes vorliegen, zeigen jedoch, dass die Verwaltung die neue Reform bereits ab 2027 umsetzen soll. Das bedeutet: Wenn das Parlament im Jahr 2028 über die neue IZA-Strategie befindet, wird der Ausstieg der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit aus Lateinamerika und Osteuropa sowie der Rückzug des Staatssekretariats für Wirtschaft aus Afrika bereits zu mehr als der Hälfte vollzogen sein. Das ist problematisch, denn das Parlament soll laut Parlamentsgesetz bei «wichtigen aussenpolitischen Grundsatzfragen» mitwirken können.

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Henry Habegger, Schweiz heute, 10.08.2026

Die Pirouette mit dem Kreuz

Im August 2025 geriet der Schuhhersteller On ins Visier der chinesischen Wettbewerbsbehörden. Im Zentrum stand die Frage, ob das Unternehmen seine in Asien produzierten Schuhe rechtmässig mit dem Schweizerkreuz kennzeichnete. Den Hinweis soll offenbar das Institut für Geistiges Eigentum (IGE) an die chinesischen Behörden gegeben haben. Daraufhin drohte On dem IGE mit einer Staatshaftungsklage, sollte der Marke daraus ein Schaden entstehen. Doch Dokumente, die der Redaktion «Schweiz heute» dank des Öffentlichkeitsgesetzes des Bundes vorliegen, zeigen: Das IGE sah sich rechtlich gut aufgestellt. Der interne Rechtsdienst kam am 16. September 2025 zum Schluss, man verfüge «in allen Szenarien über gute Verteidigungsargumente», sollte On die Sache eskalieren lassen. Ein inhaltlich korrekter Hinweis an eine ausländische Behörde sei nicht widerrechtlich, hielten die Juristen fest. Vor allem liege es in der Verantwortung von On, «über die in China gesetzlich verlangten Ermächtigungen – beispielsweise für die Verwendung der Schweizerfahne – zu verfügen».

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Lukas Lippert, Beobachter, 07.08.2026

«Sieg Heil» – Rechtsextreme und Gefährder in der Armee

Ein Soldat rief beim Küchendienst «Sieg Heil». Ein anderer wurde kurz vor Beginn seiner Rekrutenschule von der Polizei festgenommen. Beide Männer wurden aus dem Armeedienst entlassen. Diese Fälle gehören zu den 61 Meldungen, die 2025 bei der Fachstelle Extremismus in der Armee eingingen. Rund drei Viertel davon betrafen Rechtsextremismus, wie es im Tätigkeitsbericht der Fachstelle heisst. Das entspreche dem Muster der Vorjahre. Zugenommen habe hingegen der ethno-nationalistische Extremismus. Die Armee führt dies auch auf die Verbreitung radikaler Haltungen in sozialen Medien zurück. Die Fachstelle betont, keiner der gemeldeten Fälle habe ein Sicherheitsrisiko dargestellt. Der Redaktion «Beobachter» liegen jedoch dank des Öffentlichkeitsgesetzes des Bundes Akten zu fünf besonders schweren Fällen vor. Sie zeigen: Das Verteidigungsdepartement (VBS) verhinderte nur knapp und eher zufällig, dass ein Russlandfreund Zugang zu sensiblen Informationen erhielt oder die Verurteilung eines Gewalttäters unbemerkt blieb.

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Sharon Saameli, Schaffhauser AZ, 06.08.2026

Militär schiesst gegen Windkraft

Der Kanton Schaffhausen hat an den Standorten «Hagenturm» und «Randenhus» zehn Windräder geplant. Diese Pläne hat nun der Bund durchkreuzt, namentlich das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS). Das zeigt ein interner Bericht, den die Redaktion der «Schaffhauser AZ» gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz des Bundes erhalten hat. Darin steht, dass der Bund dem Standort «Hagenturm» «im Interesse der Landesverteidigung» nicht zustimmen könne. Mutmasslich betreibt das VBS auf dem Aussichtsturm eine Radaranlage zur Luftraumüberwachung. Windräder in der Nähe würden diese unbrauchbar machen. Das sind gewichtige Gegenargumente. Schaffhausens Baudirektor Martin Kessler zeigt sich dennoch nicht beunruhigt: «Die Stellungnahmen haben sicher ein grosses Gewicht. Ob das nationale Interesse an der Energieproduktion in der Interessenabwägung nicht doch obsiegt, wird sich zeigen.»

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Dominik Meier, SRF, 05.08.2026

Verteidigungsminister Pfister verteidigt Entwicklungshilfe

Künftig soll deutlich weniger Geld für die langfristige Entwicklungszusammenarbeit und dafür mehr Mittel für die humanitäre Hilfe, etwa bei Kriegen oder Naturkatastrophen, eingesetzt werden. Das hatten die Bundesräte Ignazio Cassis und Guy Parmelin im Juni vorgeschlagen. Im Rahmen der sogenannten Ämterkonsultation wehrte sich Verteidigungsminister Martin Pfister gegen diese Umschichtung. Die Dokumente hat die Redaktion von «SRF» dank des Öffentlichkeitsgesetzes des Bundes erhalten. Darin schrieb das Verteidigungsdepartement, dass die Pläne «über den Sparauftrag des Bundes hinaus» gingen. Definitiv entscheiden über den Umbau wird das Parlament.

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Daniel Ballmer, Blick, 31.07.2026

Steuerzahler sollen noch mehr für die Sicherheit blechen

Kurz vor den Sommerferien gab der Bundesrat bekannt, an seinen umstrittenen Plänen festzuhalten, zur Finanzierung der Rüstungsausgaben der Armee die Mehrwertsteuer zu erhöhen. Die daraus erwarteten 24 Milliarden Franken will Verteidigungsminister Martin Pfister für die Aufrüstung der Armee einsetzen. Den zusätzlichen Finanzbedarf von 3 Milliarden Franken für die zivilen Bundesämter mit Sicherheitsaufgaben sollen das Justiz- und das Finanzdepartement gemäss Entwurf des Bundesbeschlusses hingegen durch Sparmassnahmen und Priorisierungen selbst auffangen. Aus den Dokumenten der Ämterkonsultation, die der Redaktion des «Blick» gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz des Bundes vorliegen, geht hervor, dass beide Departemente diesen Plan ablehnen. Fazit: Das Finanz- wie auch das Justizdepartement könnten die zu erwartenden Mehrkosten nicht vollständig intern kompensieren, während das VBS bei der beantragten Erhöhung der Mehrwertsteuer aus dem Vollen schöpfen will.

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Noah Sigrist, Luzerner Zeitung, 27.07.2026

Chatbot blieb nur drei Tage

Im September 2025 lancierte der Kanton Luzern mit «Luzi» einen eigenen KI-Chatbot, der schnell auf persönliche Fragen eingeht. Doch den wenigsten Besucherinnen und Besuchern der kantonalen Websites dürfte dies aufgefallen sein. Denn bereits nach drei Tagen nahm der Kanton «Luzi» wieder vom Netz. Ein Bericht, der der «Luzerner Zeitung» dank des kantonalen Öffentlichkeitsgesetzes vorliegt, gibt nun Aufschluss über das Projekt. Die Chat-Funktion habe den Kanton letztlich nicht zufriedengestellt, schreibt das Finanzdepartement auf Anfrage. Negative Rückmeldungen seien vor allem von Mitarbeitenden gekommen, nicht aus der Bevölkerung. Ursache für die mangelhafte Qualität der Antworten seien die Daten gewesen, die der Chatbot verarbeiten sollte. «Bevor ein Chatbot sinnvoll eingesetzt werden kann, ist daher zunächst die Qualität und Pflege unserer Daten zu verbessern», heisst es aus dem Finanzdepartement.

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Benno Tuchschmid, Sonntagszeitung, 26.07.2026

Der Bund will einen Riesen-KI-Gipfel – bezahlen sollen die Firmen

Die Schweiz holt den wichtigsten internationalen Gipfel für künstliche Intelligenz nach Genf. Der Bundesrat will aber aus Spargründen keine Staatschefs einladen und nur einen Bruchteil der Kosten früherer Austragungen aufwenden. Das zeigen interne Dokumente, Aussprachepapiere und Budgetentwürfe, die die Redaktion der «Sonntagszeitung» gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz des Bundes erhalten hat. Das Gesamtbudget für den KI-Weltgipfel liegt gemäss einem Entwurf von Dezember 2025 bei 5,4 Millionen Franken. Zum Vergleich: Die Vorgängerkonferenz in Grossbritannien kostete rund 43 Millionen Franken, jene in Frankreich 13 Millionen. Der Grünen-Nationalrat und IT-Unternehmer Gerhard Andrey bezeichnet die Pläne des Bundesrats als «verpasste Chance». Von dem Gesamtbudget von 5,4 Millionen Franken zahlt der Bund gerade einmal 3,4 Millionen selbst. Der Rest soll aus der Wirtschaft kommen. Wie das funktionieren soll, zeigt ein Dokument mit dem Titel «Sponsoring-Gegenleistungen KI-Gipfel 2027 in Genf». Darin listen Beamte tabellarisch auf, wie viel der Zugang zum wohl wichtigsten diplomatischen Event des Jahres 2027 auf Schweizer Boden kostet.

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Daniel Ballmer, Blick, 24.07.2026

Jans fährt VBS-Pfister in die Panzer-Parade

Mehr Cyberkrieger, weniger Panzer: Verteidigungsminister Martin Pfister muss die Armee auf die Abwehr der wahrscheinlichsten Bedrohungen ausrichten. 80 Prozent der Mittel sollen künftig in Cyberabwehr und Luftverteidigung fliessen. Für den ganzen Rest bleiben noch 20 Prozent. So sieht es die neue Strategie des Bundesrats vor. Jetzt zeigen interne Dokumente, die Blick gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz des Bundes vorliegen: Einige Bundesräte wollten noch deutlich weiter gehen. Vor allem das Justizdepartement (EJPD) von SP-Bundesrat Beat Jans macht in seiner Stellungnahme keinen Hehl daraus, dass es Kampfpanzer für veraltet hält und am liebsten die ganze Flotte einmotten würde. Das schwere Gerät sollte durch modernere und günstigere Drohnen und Robotik ersetzt werden: «Angesichts der technologischen Entwicklung und der finanziellen Möglichkeiten ist das aus unserer Sicht alternativlos.» Es ist nicht das erste Mal, dass die anderen Departemente dem VBS das Handwerk der Landesverteidigung erklären wollen. Schon Pfisters Pläne zum Ausbau der Flugzeugflotte hatten sie in der Luft zerrissen. Weitere Flieger seien gar nicht nötig.

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Joan Meier, Weltwoche, 24.07.2026

Jetzt ist sogar Brüssel zu streng: Beat Jans’ Migrationsamt weicht eine EU-Asylregel auf – mit Zutun von SP und Grünen

Der Bundesrat setzte im Juni Teile des neuen EU-Migrations- und Asylpakts in Kraft. Nun zeigen interne Dokumente, die der Redaktion «Weltwoche» dank des Öffentlichkeitsgesetzes des Bundes vorliegen: Das Staatssekretariat für Migration schwächte einen Teil der Brüsseler Regelungen ab – zugunsten von Asylsuchenden und entgegen eigenen Warnungen aus dem Justizdepartement. Konkret geht es um die Dublin-Befragung. Der EU-Migrationspakt schreibt vor, dass der zuständige Mitgliedstaat «eine Tonaufzeichnung der Anhörung» anfertigt. Bestehen später Zweifel an den Aussagen, so ist laut Verordnung die Tonaufzeichnung «massgebend». In der Asylverordnung, die seit dem 12. Juni in Kraft ist, ist nun festgehalten, dass auf die Aufnahme verzichtet werden kann, wenn die asylsuchende Person es ausdrücklich verlangt – oder wenn sie sich «aufgrund von Haft, Hospitalisierung oder eines Flughafenverfahrens nicht in einem Zentrum des Bundes aufhält». Sollte sich ein technisches Problem ergeben, das die Aufnahme länger als fünf Tage verhindert, könne man sie ebenfalls ganz weglassen.

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Dennis Bühler, Republik, 20.07.2026

Wie Rösti und Co. die SRG in die Enge treiben

Obwohl die Halbierungsinitiative im Frühling klar abgelehnt worden ist, steht das Schweizer Radio und Fernsehen weiterhin unter massivem Druck von rechts. Dabei setzen die Gegner des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf eine neue Waffe: KI-gestützte Analysen. Mithilfe künstlicher Intelligenz soll bewiesen werden, dass die Berichterstattung der SRG eine starke linke Schlagseite habe. Dokumente, die der Redaktion der «Republik» dank des Öffentlichkeitsgesetz des Bundes vorliegen, zeigen, dass das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) Mitte Mai einen Brief erhalten hat, in dem ihm eine Datengrundlage des Schweizerischen Vereins für ausgewogene Berichterstattung (SVFAB) angeboten wurde. Das Ergebnis der Analysen lässt sich online nachlesen, auch wenn die Webseite des Vereins ziemlich unübersichtlich ist: Mittels KI-Prompts und Texten aus Sendungstranskriptionen lasse sich anhand von 15 Kriterien nachweisen, dass SRF systematisch unausgewogen berichte – und zwar mit einer linken Tendenz. Die beiden Medienforscher Vinzenz Wyss von der ZHAW und Linards Udris von der Universität Zürich sagen jedoch auf Anfrage der «Republik», dass es den Untersuchungen des SVFAB an Transparenz fehle. Beide beschäftigen sich seit Langem intensiv mit Qualitätsmessungen und der SRG.

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Annalena Müller, Sonntagsblick, 19.07.2026

IT-Puff mit Ansage

Im Januar ging bei den Arbeitslosenkassen nichts mehr. Tausende Arbeitslose warteten auf ihre Leistungen – vielfach monatelang. Der Grund: Das brandneue, 200 Millionen Franken teure IT-System Asal 2.0 des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) funktionierte nicht. Interne Dokumente, die dem «Sonntagsblick» dank des Öffentlichkeitsgesetz des Bundes vorliegen, zeigen: Seco-Chefin Helene Budliger Artieda und Projektleiter Jérôme Cosandey wussten von den massiven Problemen der Plattform und entschieden dennoch, sie online zu schalten. Aus dem Bericht geht hervor, dass weder die Sicherheit noch die Architektur der Plattform von den Testern grünes Licht erhielten. Bis heute spielen die Verantwortlichen den Skandal herunter. Obwohl das IT-Debakel zahlreiche Menschen um ihre Existenz fürchten lässt und künftig zu massiven Mehrkosten für die Kantone führt.

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Mit Öffentlichkeitsgesetzen realisieren Medien relevante Recherchen. Alle Geschichten

Zürcher Transparenzregeln: Hier braucht es Korrekturen

Öffentlichkeitsnaher Umgang mit amtlichen Dokumenten: Eine Mitarbeiterin des Steueramts Uster/ZH bei der Arbeit. (Foto: Christian Beutler/Keystone)

Von Martin Stoll. Der Kanton Zürich konkretisiert sein revidiertes Informations- und Datenschutzgesetz. Öffentlichkeitsgesetz.ch fordert Nachbesserungen: Der Zugang zu amtlichen Dokumenten muss einfacher und dienstleistungsorientierter werden.

Nachdem der Kanton Zürich das Gesetz über die Information und den Datenschutz (IDG) revidiert hat, folgt nun die dazugehörige Verordnung (IDV). Die neuen Regeln sollen Mitte nächsten Jahres in Kraft treten. Öffentlichkeitsgesetz.ch hat sich an der Vernehmlassung beteiligt und mehrere konkrete Änderungen vorgeschlagen.

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Zürcher Behörden wollen Asylquoten nicht offenlegen

Von Michelle Isler. Das Recherche­projekt Asyl-Atlas von Öffentlichkeits­gesetz.ch und «Reflekt» zeigt erstmals, welche Gemeinden seit 1994 im Asylwesen Verant­wortung tragen. In Zürich wehren sich die Behörden seit Jahren gegen Trans­parenz bei den Asyl­quoten.

2025 lebten in der Schweiz so viele Menschen im Asylverfahren wie noch nie. Wo sie untergebracht werden, ist Sache der Kantone, welche die Geflüchteten auf ihre Gemeinden verteilen. Dabei verfolgt jeder Kanton sein eigenes System. Die Kantone kommen bei der Unterbringung immer wieder an ihre Grenzen.

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«Der Vollzug des BGÖ ist auch eine Führungsaufgabe»

 

Zur Pandemie oder zum Zusammenbruch der Credit Suisse schweigen? Öffentlichkeitsbeauftragter Lobsiger (rechts) und Bereichsleiter Öffentlichkeitsprinzip Ammann. (Foto: EDÖB)

Das Öffentlichkeitsgesetz wird 20 Jahre nach seiner Einführung so stark genutzt wie noch nie. Ein Gespräch über die Knackpunkte mit dem Öffentlichkeitsbeauftragten Adrian Lobsiger und dem Leiter Öffentlichkeitsprinzip Reto Ammann.

Sie schreiben im Jahresbericht, das Öffentlichkeitsgesetz habe sich etabliert. Gleichzeitig versuchen immer mehr Behörden, sich ihm per Spezialgesetz zu entziehen. Geht es diesen darum, die steigende Geschäftslast zu reduzieren?

Lobsiger: Über die Motive können wir nur mutmassen. Ich vermute, es fehlt oft am Verständnis: Das BGÖ liegt im ureigensten Interesse des Staates. Transparenz schafft Vertrauen und wirkt Verdächtigungen sowie Verschwörungstheorien entgegen.

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20 Jahre Öffentlichkeitsgesetz: Erfolg mit neuen Rissen

Will sich weiterhin «dezidiert» gegen Transparenz-Verweigerer einsetzen: Öffentlichkeitsbeauftragter Adrian Lobsiger bei seiner Jahresmedienkonferenz. (Bildmontage: Öffentlichkeitsgesetz.ch)

Von Michelle Isler und Martin Stoll. Zum 20-jährigen Gesetzesjubiläum zeichnet der Eidgenössische Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) ein ambivalentes Bild – und warnt vor der Aushöhlung des Öffentlichkeitsprinzips.

Schon die Titelseite des 33. Tätigkeitsberichts vermittelt: Dieses Gesetzesjubiläum wird nicht mit Stapeln befreiter Dokumente gefeiert. 20 Jahre Transparenz visualisiert der EDÖB mit einer Dokumentenseite, durchzogen von schwarzen Balken. Diese Ambivalenz prägte auch die Pressekonferenz vom Dienstagvormittag.

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Wo in den letzten 32 Jahren die Geflüchteten lebten

Kaum erforscht, kantonal unterschiedlich und politisch umkämpft: Das Schweizer Asylsystem kurz erklärt. (Video mit Gülsha Adilji und Flavio Stucki)

Von Martin Stoll und Christian Zeier. Der Asyl-Atlas von Öffentlichkeitsgesetz.ch und dem Recherche-Team Reflekt zeigt erstmals, wie sich Menschen im Asylprozess zwischen 1994 und 2025 auf die Schweizer Gemeinden verteilten – und weshalb manche Gemeinden niemanden aufnahmen.

Die Datenanalyse zeigt enorme Unterschiede. In einzelnen Gemeinden lebten im Asylprozess zeitweise bis zu 35 Personen pro 100 Einwohner. Gleichzeitig gibt es fast 100 Gemeinden, in denen seit 1994 keine einzige Person registriert war.

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